Djuk und das kleine verlorene Hörgerät
Vor einigen Wochen verlor ich eines meiner neuen Hörgeräte. Nein, nicht im Wald oder in der Stadt. Ich verlor es auf meinem guten alten Ledersofa während dem Lesen eines spannenden Buches…
Zuerst suchte ich ruhig und in logischer Abfolge , mit der Zeit immer hektischer, panischer.
Ich konnte fast nicht schlafen, dauernd dachte ich, wo das Hörgerät sein könnte…!
Am nächsten Tag half mir mein Partner weiter suchen. Wir nahmen alles auseinander, wirklich restlos alles – und fanden ausser etwas Staub gar nichts.
Die neuen Hörgeräte kosteten mich ein Vermögen! Fr. 6’900.-, wirklich sehr viel Geld und das hiess, dass ich ein Teilchen im Wert von 3’450.- ersetzen musste.
In meiner Not rief ich Barbara Eggimann an: Kannst Du mir bitte helfen?
Ich kenne Barbara schon viele Jahre und kenne ihre Hunde und weiss, was diese alles gelernt haben. (Unglaublich diese Frau und Ihr Rudel. Ich bewundere sie sehr!)
Trotz ihrem vollen Terminkalender, kam sie mit Djuk, einer ihrer wunderbaren Hunde eines Abends zu uns.
Es gab ein freudiges Wiedersehn. Ich liebe diesen freundlich aufmerksam lebendigen Hund sehr. Nach der Begrüssung meinte Barbara, jetzt dürfe Djuk arbeiten und ich gab ihr mein zweites Hörgerät, damit Djuk daran riechen konnte und wusste, was er suchen soll. Djuk machte sich sofort an die Arbeit. Er schnüffelte der Längswand entlang, die Pflanzen, jede Ecke und den Garten ab. Danach ging er weiter zum Sofa, achtung die Spannung steigt!, schnüffelte und suchte dahinter und darunter – leider keine Anzeige.
Drei Stufen in den oberen Stock, nein, nichts umdrehen, Küche und GästeWC leider auch nichts. Wie macht er das bloss?
Djuk lief ins UG, in der Waschküche beschnüffelte er die Schmutzwäsche – gute Idee. Weiter ging es in den Keller. Lange blieb er zuhinterst. ‘Warst Du kürzlich da’?, fragte mich Barbara. Tatsächlich holte ich dort aus dem Weihnachtsschmuck ein paar Dekorationen.
Djuk schnüffelte sich mit System sehr konzentriert durch sämtliche Regale. Für mich war das sehr interessant ihm zuzuschauen. Barbara war mindestens so konzentriert wie Djuk. Was für ein gutes Team sie doch sind, dachte ich.
Zurück im Wohnzimmer bat ich meinen Freund aus seinem Sessel mit den kleinen Hunden sich anderswohin zu setzen und sofort nahm Djuk diese Ecke mit Schnüffelmanier in Angriff. Barbara half nach und nahm ein Hundebettchen, das ich mehrere Male untersucht hatte, vollständig auseinander und hielt mir etwas Kleines hin: könnte es das sein?
Jaaaaaaaaaaaa, die Zwei haben das Hörgerät gefunden! Es war zerkaut und kaputt, aber das Rätsel war gelöst. Einer unserer kleinen Hunde, ich weiss schon wer… hatte es wohl abtransportiert und zerkaut.
Selbstverständlich wurde Djuk über alle Massen gelobt und er bekam ein feines Leckerli, Barbara ein Tee und frischgebackenen Apfelkuchen.
Wie Djuk mit seiner feinen Nase, seiner Erfahrung, hochkonzentriert seine Arbeit verrichtete, war ein grosses Erlebnis für mich!
Was für ein Glücksmoment!
Zum Glück waren die Hörgeräte neu und die Versicherung übernahm den grössten Schaden.
Ich werde noch viel besser darauf aufpassen, denn jetzt weiss ich, dass mein kleiner Hund es auch gerne hätte. Zum fressen gern.
Beatrix Seiler
Wenn Therapiehunde auf Fuchsjagd gehen - Unser Weiterbildungstag mit Pfiff!
„Still und heimlich“ war’s gestern nicht ganz – aber der diesjährige Weiterbildungstag stand ganz im Zeichen des Silent Fox Trails und eines Geschicklichkeitsparcours. Und unsere cleveren Therapiehunde? Die waren natürlich wie immer mit Schnauze, Herz und Pfote dabei!
Die Vereinsmeute (Zwei- und Vierbeiner!) wurde in zwei Gruppen aufgeteilt – Team Trail und Team Parcours. Während die einen querfeldein dem Fuchs auf der Spur waren, schlängelten sich die anderen durch einen Geschicklichkeitsparcours, der es in sich hatte: schwankende Unterlagen, raschelnde Hindernisse, wacklige Balanceakte… da wurden selbst die coolsten Hundeschnauzen kurz skeptisch. Aber am Ende hieß es bei allen: „Challenge accepted – und bestanden!
Nach dieser ersten Runde wartete ein wunderbares Raclette zum Mittagessen auf die Teilnehmenden und die Erlebnisse des Vormittags wurden rege untereinander ausgetauscht.
Gut gestärkt ging’s im Anschluss im fröhlichen Tausch zur jeweils anderen Aktivität. Auf dem Trail war Spürnase gefragt: Da wurden vergrabene Schätze erschnüffelt, Distanzen geschätzt, Vogelfedern den passenden Piepmätzen zugeordnet, Bäche durchquert, Abhänge erklommen und sogar Gegenstände aus dem Wasser apportiert. Indiana Jones hätte vor Neid die Peitsche eingepackt!
Der Parcours forderte währenddessen weiterhin Mut, Vertrauen und jede Menge Wurststückli. Doch wie immer zeigten unsere Teams, dass sie auch ungewohnte Herausforderungen mit Freude und Zusammenhalt meistern können.
Fazit des Tages: glückliche Hunde, fröhliche Menschen, müde Pfoten – genau so soll's sein!
Wir freuen uns jetzt schon aufs nächste Abenteuer und danken allen, die zum gelungenen Anlass beigetragen haben und dabei sein konnten! Insbesondere danken wir Barbara Eggimann, für den tollen Fox Trail sowie Estelle Portner für die leckere Verpflegung und dass wir den Geräteparcours nutzen durften!
©Andrea Freiburghaus, Verein Therapie Hund Mensch, September 2025
Ich durfte erneut für die IGKO Münsingen ein inspirierendes Tagesseminar zu diesem Thema leiten. Ein herzliches Dankeschön an die IGKO für ihr Vertrauen – und an alle engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren wunderbaren Hunden, die mit so viel Offenheit, Herz und Lernfreude dabei waren. Es war beeindruckend zu erleben, wie feinfühlig Mensch und Hund miteinander wachsen, wenn Wissen, Gefühl und klare Führung Hand in Hand gehen.
Wenn unsere Vorstellung von Freiheit nicht mit den ursprünglichen Bedürfnissen des Hundes im Einklang steht, kippt das Gleichgewicht in der Mensch-Hund-Beziehung. Der Hund wird unsicher, sein Verhalten unklar oder gar problematisch – und die Harmonie, die einst selbstverständlich schien, beginnt zu bröckeln.
Die wahre Kunst liegt darin, Freiheit mit Struktur zu verbinden. Nur wer von Anfang an klare, faire und nachvollziehbare Orientierung bietet, Grenzen mit Respekt aufzeigt und dabei Ruhe, Vertrauen und Beständigkeit ausstrahlt, schafft den Rahmen, in dem echte Freiheit wachsen kann – eine Freiheit, die sich an der Natur des Hundes orientiert, nicht an menschlichen Wunschbildern.
So entsteht eine Beziehung, die auf gegenseitigem Vertrauen gründet – in der der Hund nicht führen muss, weil er weiss: „Mein Mensch hat die Richtung – und ich kann mich sicher fühlen.“